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Mehr oder weniger Klimagerechtigkeit? Die USA und die VR China in den internationalen Klimaverhandlungen

02. Februar 2023 | 18:00

Das findet das V4V Team gut!

Globale Klimapolitik in einer brüchigen Weltordnung

Deutlich unter zwei Grad müsse die globale Erwärmung bis 2100 verglichen mit dem vorindustriellen Niveau begrenzt werden – darauf hat sich die Weltgemeinschaft im Rahmen der UN-Klimakonferenz 2015 in Paris geeinigt. So klar dieses Ziel erstmals völkerrechtlich verbindlich definiert ist, so unklar ist der Weg dorthin – auch in Anbetracht aktueller weltpolitischer Entwicklungen und Krisen.

Der Klimawandel muss länderübergreifend koordiniert, die Beiträge zur Reduktion von Treibhausgasen müssen international bzw. global verhandelt werden. Wie funktioniert die internationale und globale Klimapolitik? Welche politischen und ökonomischen Instrumente gibt es? Wie realistisch und effektiv sind sie? Wie funktioniert der Emissionshandel? Welche Verhandlungspositionen gibt es zwischen Ländern, die mehr oder weniger von den Folgen des Klimawandels betroffen sind oder zwischen Ländern, die historisch wenig und historisch viel zum Klimawandel beigetragen haben? All diese Fragen sollen auch vor dem Hintergrund der brüchig gewordenen Weltordnung diskutiert werden. Wenn die globale Klimapolitik bislang schon schwierig war – wie kann sie gelingen in einer Welt, in der der russische Angriffskrieg auf die Ukraine die Weltgemeinschaft spaltet und eine gemeinsame Wertebasis in Frage stellt.

Eine effektive internationale Klimaschutzpolitik ist von der aktiven Teilnahme der Staaten an dem internationalen Klimaregime abhängig. Dabei spielen die größten Emittentenstaaten der Welt, die Vereinigten Staaten von Amerika und die Volksrepublik China, eine enorme Rolle. Doch die Sichtweisen zu einer gerechten Aufteilung der Klimaschutzaufgaben innerhalb des UN-Klimaregimes variieren sehr stark, sodass die Verständigung auf international verbindliche Emissionsreduktionsziele bisher nicht möglich war. Denn auch das Pariser Abkommen lässt sehr viele Fragen offen. Der Vortrag zeigt, welche Klimagerechtigkeitsargumente die Klimaschutzpolitik der USA und der VR China prägen und welche Auswirkungen diese auf das UN-Klimaregime haben.

Zum Colloquium Fundamentale laden wir Sie ganz herzlich ein! Der Eintritt ist frei.

Referentin:

Dr. Ronja Ritthaler-Andree, Jahrgang 1986, ist freie Autorin und Betreuerin des Fernstudiengangs Umweltpolitik der Universität Koblenz. Sie lehrte bisher auch an der Universität Heidelberg und der Universität Kaiserlautern. Von 2006 bis 2013 studierte sie Politische Wissenschaft und Germanistik an der Universität Heidelberg sowie an der Universidad de Santiago de Compostela. Anschließend war sie Mitarbeiterin am Institut für Politische Wissenschaft in Heidelberg und promovierte zu Klimagerechtigkeit und internationale Klimaschutzpolitik. Für ihre Arbeit wurde sie 2021 für den Ruprecht-Karls-Preis nominiert. Ihre Forschungsschwerpunkte sind internationale Klimaschutzpolitik und Regimeentwicklung, Klima- und Energiepolitik in den USA, China und Indien sowie Climate Engineering. Daneben zählen diskursanalytische Methoden in Sprach- und Sozialwissenschaften zu ihren Kompetenzen.

Weitere Infos:

https://www.zak.kit.edu/colloquium_fundamentale.php

Details

Datum:
2. Februar 2023
Zeit:
18:00
Veranstaltungskategorie:

Veranstaltungsort

Karlsruher Institut für Technologie | Geb. 30.10 | KIT Campus Süd
Engesserstraße 5
Karlsruhe, 76137 Deutschland
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